Premiere als Triathlet

08.10.2015 | Jannis Honnef | 0 Kommentare

100m Schwimmen, 6km Radfahren und zum Abschluss 1,4km Laufen. Das waren die Eckpunkte meines ersten Triathlons. Statt eines Fahrrads kam bei mir natürlich ein Handbike zum Einsatz und die Laufstrecke sollte ich mit meinem Rennrollstuhl bewältigen. In den vergangenen 2 Jahren war ich bereits als Läufer in der Staffel des Iron Kids Heidelberg dabei. Dadurch wurde mein Ehrgeiz geweckt, einen kompletten Triathlon zu finishen.

Meine Vorbereitung war insgesamt 10 Wochen lang. Schwimmen stand einmal in der Woche auf dem Programm. Auch das Handbike-Training war neu für mich. Das Handbike hatte ich mir bei einem befreundeten Verein im Saarland geliehen, um überhaupt trainieren und teilnehmen zu können. Mein Rennrollstuhltraining wollte ich trotzdem nicht vernachlässigen. Das war manchmal anstrengend, aber mit dem Triathlon als Ziel vor Augen kämpfte ich mich durch.

Großer Respekt vor dem Schwimmen

Am 13. September, einen Sonntag, ging es morgens um 07:00 Uhr los. Wir hatten 2,5 Stunden Fahrt vor uns. In Heidelberg angekommen war das Wetter sehr bewölkt. Ich ging mit meiner Familie ins Tiergartenschwimmbad, wo nun also mein erster Triathlon starten sollte. Das Heart Racer-Team, für das ich an dem Tag startete, hatte schon einen Pavillon aufgeschlagen. Meine Startnummer war die 522. Anschließend holten mein Vater und ich das Handbike und den Rennrollstuhl aus dem Auto.

Als die Absprache mit dem offiziellen Kampfrichter wegen des Ablaufs des Triathlon (Hilfe, Wechselzone, Ausrüstung) gemacht war, kam auch bald der Aufruf für die Schwimmstrecke. Das Wasser war kalt und es regnete, aber da musste ich jetzt durch – wie die anderen Sportler ohne Handicap auch. Ich wusste, dass das Schwimmen sehr anstrengend für mich wird, aber ich kam dank der Unterstützung der Zuschauer gut durch. Aus dem Wasser raus zum Handbike half mir mein Vater. Dann ging es auf die Radstrecke. Die Straße war sehr nass und für uns alle sehr rutschig. Die 6 km brachte ich gut hinter mich und wechselte in den Rennrollstuhl. „Hier bin ich gut“, sagte ich zu mir selbst und konnte noch einige Minuten gut machen. Mit der zweitbesten Laufzeit kam ich nach 34:55 Minuten ins Ziel. Erschöpft, aber glücklich!

Der gemeinsame Wettkampf hat mit sehr viel Spaß gemacht, Schwimmen und Handbike sind aber noch ausbaufähig, denn eines steht fest: Ich möchte im nächsten Jahr wieder für die „Heart Racer“ starten.

 

Anmerkung: Neben Jannis absolvierten auch mehrere blinde und sehbehinderte SportlerInnen mithilfe von Guides den Triathlon in Heidelberg. Wir gratulieren allen TeilnehmerInnen ganz herzlich zu den tollen Leistungen!

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