Neue Erfahrungen beim Sportabzeichen

05.09.2016 | Katja Lüke | 0 Kommentare

Animiert durch die Mittagspausengespräche meiner Kolleginnen wollte ich dieses Jahr auch das Deutsche Sportabzeichen ausprobieren und ablegen. Zum Auftakt habe ich mir meine Schwimmfertigkeit an einem schönen Sommertag im Freibad bestätigen lassen. Dieser Nachweis ist Pflicht für das Deutsche Sportabzeichen. Ich bin keine Kirsten Bruhn, konnte aber unter Beweis stellen, dass ich mehr als 15 Minuten schwimmen kann und dabei nicht untergehe. Eine der größten Hürden des Sportabzeichens war geschafft!

In allen anderen motorischen Grundfähigkeiten - Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination - gibt es verschiedene Disziplinen, aus denen man seine eigene Lieblingsdisziplin wählen kann. In der Aufgabengruppe Koordination habe ich mich für den Rollstuhl-Parcours entschieden. Dieser wurde, neben allen anderen Disziplinen, dieses Jahr insbesondere beim inklusiven Sportabzeichen-Tourstopp in Fulda angeboten und so war mein Ziel klar! Als Mitarbeiterin des DOSB und Referentin für Inklusion wollte ich aber auch, neben meiner persönlichen Herausforderung, endlich mal an einem dieser Events teilnehmen, die sich so für das Miteinander im Sport einsetzen.

Überraschung beim Zielwurf

Da waren wir dann also in Fulda. Der Tour-Stopp hatte sich 5.000 Teilnehmer/innen als Ziel gesetzt und dies, so viel sei vorweggenommen, ist auch gelungen. Ein großes, lebendiges Sportfest konnten wir erleben. Den Sportlern/innen ging es an den Stationen in erster Linie um ihre eigene Leistung, doch gab es auch ganz viele Möglichkeiten, um einfach Spaß an der Bewegung zu haben oder auch nur anderen auf der Bühne beim Bewegen zuzuschauen. Paralympics-Sieger Holger Nikelis demonstrierte, wie Tischtennis im Sitzen ist und gab viele hilfreiche Tipps.

 

Ich habe an diesem Tag für mich noch festgestellt, dass ich zu meinem Erstaunen auch im Zielwurf ganz gut bin und den Rollstuhl-Parcours nicht zwingend brauche, um Koordination zu beweisen. Das könnte man bei einer Fechterin zwar erwarten, aber da passten die Aufgaben in der Gruppe Koordination, die bis auf den Rollstuhl-Parcous immer mit etwas „Leichtathletischem“ wie Werfen oder Springen zu tun hatten, nicht so zu meinen Neigungen oder Fähigkeiten. Dachte ich! Ich hätte nämlich auch beim Zielwurf Gold erreicht.

Ungewohnter Altersbonus

Die Aufgabengruppen Schnelligkeit und Kraft habe ich ebenfalls in Fulda absolviert und festgestellt, dass ich nun auch einen Altersbonus bekomme. Als Rollstuhlsportlerin, in deren Wettkampfsystem es keinen Seniorensport oder Bonus gibt, eine völlig neue Erfahrung. So musste ich aufgrund meines Alters nur 50 und nicht 100 Meter sprinten. Es gibt wirklich eine sehr individuelle Anpassung an die verschiedenen Behinderungen und an das Alter. So wird ermöglicht, dass jeder ganz nach seinen individuellen Leistungsanforderungen das Deutsche Sportabzeichen ablegen kann.

Und weil in Fulda so viel los war, hatte ich meine Prüfung in der Aufgabengruppe Ausdauer letztlich nicht erledigt. Das Handbike war zwar im Auto dabei, aber statt 10 Kilometer im Kreis zu fahren habe ich mich ausgiebig mit anderen Sportler/innen unterhalten und den Nachmittag auf diese Art genossen. Nachgeholt habe ich die 25 Stadionrunden mit meinem Handbike ca. einen Monat später beim Sportabzeichen-Treff in Frankfurt. Bei meiner Ausdauerprüfung waren meine Kollegen vom Mittagstisch dann wieder mit von der Partie. Sport verbindet eben!

Eure Katja

 

Anmerkung: Im Anschluss an das Sportabzeichen gönnte sich Katja noch eine Teilnahme am inklusiven DRS-Kajakkurs im brandenburgischen Lindow, von welchem sie uns noch dieses schöne Foto schickte:

Ein Video vom Sportabzeichentag in Fulda findet ihr hier: http://osthessen-news.de/sport/n11534694/riesiges-inklusions-sportfest-in-fulda-sport-verbindet-und-schlaegt-bruecken.html

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