Mario Hochberg

Der Eisenmann

Gewichtheben besitzt eine große Tradition. Schon bei den zweiten Paralympischen Spielen im Jahr 1964 in Tokio war der Sport Teil des Programms. 2020 schließt sich damit der Kreis, wenn die Spiele erneut in der japanischen Metropole stattfinden werden. Ob sich dann auch für Mario Hochberg ein Kreis schließen wird, steht noch in den Sternen. An seine Zukunft denkt der Thüringer aber schon. 15 Kilogramm hat er in letzter Zeit bedingt durch eine lange Verletzungspause verloren, Nachdem er 2013 praktisch keine Gewichte in die Hand nehmen konnte, startet nun in einer niedrigeren Gewichtsklasse zu starten. Eine große Herausforderung für einen ü40-Athleten, der 15 Jahre lang logischerweise eine gewisse Routine entwickelt hatte.

Dauergast bei den Paralympics

Seine größten Erfolge feierte Mario bisher in der Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm. Vier Europameisterschaftsmedaillen gewann er insgesamt, davon jeweils einmal Gold und Silber sowie doppelt Bronze. Aber Highlight eines jeden Sportlerlebens sind und bleiben die Paralympics. Seit Sydney 2000 ist Mario immer am Start gewesen und konnte in Peking 2008 sogar Platz 5 erkämpfen. Stolze 210 Kilogramm drückte der Gothaer damals weg. Gerne hätte er in London 2012 daran angeschlossen, aber ein Teilanriss des Trizepsmuskels erlaubte bei dem ohnehin schon gefährdeten Start „nur“ Platz 10. Gegen den Rat seines Arztes, aber mit der Unterstützung seiner Frau Melanie und Sohnes Hans wollte er einfach nicht auf den Wettkampf verzichten, welchen er quasi mit angezogener Handbremse absolvierte.

„Heben ist unser Leben“

Nie aufgeben ist ohnehin das Motto seines Lebens. Und sauber bleiben. Das Image des Gewichthebens ist Mario natürlich bewusst. Ihn hingegen fasziniert der Purismus. Und das schon seit 1990. Daran änderte auch sein Arbeitsunfall als Dachklempner fünf Jahre später nichts, der einen Rollstuhl notwendig werden ließ: „Es ist der Kampf Mann gegen Eisen und sich dabei (auch) mit nichtbehinderten Sportlern zu messen. Das ist immer wieder interessant.“ Diesen inklusiven Ansatz verfolgt unser Drückeberger auch mit Leidenschaft beim Handbiken mit der Familie sowie als Vorstandsvorsitzender des Gothaer Bierfasshebervereins, der das schöne Credo „Heben ist unser Leben“ pflegt. Von seinem Engagement bei „Gemeinsam was ins Rollen bringen!“ erhofft sich unser „Drückebeger“ ganz besonders in Sachen Nachwuchsgewinnung einen Impuls, da er sonst sogar das komplette Aussterben des Gewichthebens im Behindertensport in Deutschland über kurz oder lang befürchtet. Aber bis es so weit kommt, macht Mario Hochberg lieber weiter. Vielleicht ja auch bis Tokio 2020.

 

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