Leopold Rupp

Leopold Rupp
Leopold Rupp

Dr. Knallfrosch

Leopold Rupp geht seinen ganz eigenen Weg. Aufgewachsen im beschaulichen Albersdorf, 100 km nordwestlich von Hamburg, fehlte es ihm lange Zeit an geeigneten Möglichkeiten Sport zu treiben. Die spezielle Form des Kleinwuchses (Diastrophische Dysplasie), die ihn seit Geburt begleitet, war auch ein Grund dafür. Das Schwimmen im Pool seiner Eltern war in frühen Jahren daher eine seiner Lieblingsbeschäftigungen. Und das ist sie auch heute noch, wenngleich er heute öfter die Berliner Schwimmbäder dafür aufsucht. Denn mittlerweile liegt Leos Lebensmittelpunkt in der Hauptstadt. Dort studiert er Medizin an der Charité. Ziel Kinderarzt.

Prioritäten setzen

Für dieses Studium muss auch der Sport hin und wieder zurückstehen. Seit 2005 ist Leo im Sportschießen aktiv, was nicht nur im paralympischen Bereich finanziell wenig lukrativ ist. Mit einer vierstelligen Summe müssen Leo und seine Kollegen ihr Jahr planen. Wenn man bedenkt, dass sein Luftgewehr dieses Budget fast alleine aufbraucht, dann kann man sich vorstellen, wie viel Aufwand und Spendenakquise nötig ist, um Trainingslager und Reisen zu internationalen Wettkämpfen zu realisieren. Trotzdem war der Schritt, sich vor der Heim-WM in Suhl 2014 als amtierender Deutscher Meister aus der Nationalmannschaft zurückzuziehen, überraschend. Zwei Jahre zuvor erlebte er schließlich sein Highlight bei den Paralympics in London: „Mit 595 geschossenen von 600 möglichen Ringen war ich superzufrieden. Das Niveau war allerdings wahnsinnig hoch. Besonders die Koreaner und Chinesen setzen in jedem Bereich Maßstäbe.“ Über nationale Meisterschaften und internationale Weltcups behält er sich das Wettkampfgefühl, um in Rio seine Leistung verbessern zu können. Mit dem Studium ist der Spagat allerdings schwieriger geworden, zumal das Schießen nur bedingt ein Ausgleich zur geistigen Arbeit in Hörsaal und Bibliothek ist. Die Faszination des Schießens, bestehend aus der Mischung von absoluter Präzision, Kraft, Ausdauer, Technik und mentaler-Stärke, ist für den leidenschaftlichen Festival-Gänger aber schlichtweg zu groß, um seine Karriere zu beenden. Der Sport liegt ihm einfach am Herzen und auch im Blut.

Inklusion leben – nicht nur im Sport

Das zeigen nicht zuletzt seine Engagements bei der Deutschen Sportjugend (DSJ) und der Deutschen Behindertensportjugend (DBSJ). Bei ersterer ist der Wahl-Berliner ausgebildeter Juniorbotschafter Antidoping. Im paralympischen Pendant sitzt er im Juniorteam und organisiert zahlreiche Aktivitäten und Seminare. Und die Bundesliga im Sportschießen ist ohnehin schon inklusiv. Leo und sein Sport werden weiter mit gutem Beispiel vorangehen, um die Selbstverständlichkeit des gemeinsamen Miteinanders zu verdeutlichen. „Durch Inklusion gewinnen alle“ ist unser Motto – Leopold Rupp symbolisiert dieses wie kein Zweiter. Im Sportdress und Arztkittel.

 

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