Annika Zeyen

Annika Zeyen
Annika Zeyen

Jeder Korb zählt

Seit einem Reitunfall im Alter von 14 Jahren ist Annika Zeyen querschnittgelähmt. Schon vor ihrem  Unfall war Annika sehr sportlich und hat Vieles ausprobiert. Mit Rollstuhlbasketball kam sie erstmalig während ihrer Reha in Kontakt – eine Begegnung, die weitreichende Folgen haben sollte. Annika war sofort begeistert, zeigte ihr Rollstuhlbasketball doch eine Möglichkeit auf, auch im Rollstuhl Sport treiben zu können. Nach der Reha haben ihre Eltern ihr dann geholfen, einen passenden Verein zu finden. Die erste Station sollte der ASV Bonn sein. Angefangen in einer Jugendgruppe, hat sich Annika dann nach und nach bis in die Bundesliga und in die Nationalmannschaft hochgespielt.

Gänsehaut in London

Möchte man all ihre Erfolge auflisten, läuft man Gefahr, den ein oder anderen zu vergessen – allzu lang ist die Liste der gewonnenen Meisterschaften und Preise. Deutsche Meisterschaften, Pokalsiege, Siege im europäischen Champions Cup, fünffache Europameisterin, zweimalige Vize-Weltmeisterin – dies sind nur einige Titel, die Annika national wie international mit den Teams, in welchen sie gespielt hat, einfahren konnte.

Unheimlich viele tolle Momente konnte Annika bereits erleben, ihr persönliches Highlight in ihrem bisherigen Sportlerleben war aber der Gewinn der Goldmedaille bei den Paralympischen Spielen London 2012. Die Atmosphäre in London und vor allem die Begeisterung der Zuschauer waren einmalig. In so einem Umfeld dann auch noch sportlich ganz oben zu stehen, war einfach unglaublich. Dieses Gefühl wiederholte Annika 4 Jahre später bei den Spielen in Rio. Fast. Denn in Brasilien waren die USA im Finale stärker. Minder emotional waren die Spiele aber trotzdem nicht, denn mit diesem Erfolg zog Annika unter ihre Karriere den Schlussstrich.

Kinder als Vorbilder

Nachdem Annika nicht mehr täglich dem orangenen Leder hinterher jagt, verbringt sie wieder mehr Zeit mit ihren Freunden und der Familie. Und wenn doch einmal sportliche Aktion geboten werden soll, dann geht es Handbiken, Wasser- oder Monoski fahren. Der Unfall hat Annika keinesfalls an einem sportlichen Leben gehindert.

Ihre Begeisterung für ihren Sport gibt Annika gern an andere weiter. Ihre Überzeugung, dass durch Sport Vieles ins Rollen gebracht werden kann, hat sie auch keinen Moment lang zögern lassen, sich als Kampagnen-Gesicht in ‚Gemeinsam was ins Rollen bringen!‘ einzubringen. Wenn sie ihre Sportart Rollstuhlbasketball betrachte, dann hat Sport auch in Bezug auf Inklusion schon so einiges ins Rollen gebracht. Fußgänger setzen sich freiwillig in den Rollstuhl und betrachten den Rollstuhl als Sportgerät – es rollt. Auch bereits Kindern und Jugendlichen den Spaß am Sport zu vermitteln und so für das Thema Inklusion zu sensibilisieren, ist Annika ein besonderes Anliegen. Ihren eigenen Erfahrungen nach sind Kinder sehr offen für Menschen mit Behinderungen und haben sehr viel weniger Hemmungen als so mancher Erwachsener. Wenn man Kindern und Jugendlichen die Chance gibt, ihre eigenen Erfahrungen mit Menschen mit Behinderungen zu machen und auch Fragen zu stellen, baut das viele Barrieren ab und ein wichtiger Schritt in Richtung einer inklusiven Gesellschaft wäre gemacht. Vielleicht können Kinder ja doch auch Vorbilder für ihre Eltern sein. 

 

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Annika Zeyen