Gesche Schünemann

Gesche Schünemann
Gesche Schünemann

Erfolg auf ganzer Linie

Für Gesche Schünemann ist ihr Rollstuhl ein reines Sportgerät. Denn außerhalb des Platzes braucht sie ihn nicht. Die gebürtige Gießenerin spielte erfolgreich in der 2. Basketball-Bundesliga, als sie von einer Gegenspielerin umgerannt wurde. Kreuzbandriss links, Knorpelschaden, zahlreiche Operationen. Die Karriere schien vorbei. Doch Gesche hatte schon zuvor immer mal wieder gerne bei den Rollstuhlbasketballern zugesehen. Der Wechsel lag also nahe.

2007 hatte sie in dieser Sportart Ihre neue Heimat gefunden. Ihre seitdem angesammelten Titel lassen keine Zweifel offen: 5 Deutsche Meistertitel, 5 Pokalsiege, 2 Champions League-Titel sowie ein Weltpokalerfolg. Und das nur auf Vereinsebene. Mit der Nationalmannschaft holte sie dreimal EM-Gold, zweimal WM-Silber und als Krönung Silber bei den Paralympics 2008, was 2012 in London noch zu Gold gesteigert werden konnte. Dieser Erfolg ist natürlich ihr absolutes Highlight. Am Rollstuhlbasketball fasziniert sie die Schnelligkeit und die grundlegend andere Technik im Vergleich zu den Fußgängern. „Alles geschieht über die Hände. Neben der Ballbeherrschung und den Korbwürfen muss man zusätzlich noch den Stuhl pushen und stoppen. Dafür benötigt man eine ungeheure Körperbeherrschung. Aber am Ende macht es einfach viel Spaß!“ Dieser resultiert aber aus einer Menge harter Arbeit, weil sie alles erst mal neu lernen musste.

Schwieriger Spagat zwischen Sport und Beruf

Gar nicht so einfach, wenn man Leistungssport betreibt und quasi nebenher noch einen Vollzeitjob als Marketingreferentin in der Sportbranche hat. Vor ihrem Wechsel nach Hamburg war sie in gleicher Funktion bei einem Energiekonzern angestellt. Dieser war zwar sehr kooperativ, so konnte sie vor den Paralympischen Spielen ihren Stunden teilweise reduzieren, aber weitere Ausnahmen gab es für Gesche nicht. Die Arbeitszeitverkürzung hatte leider auch eine Gehaltseinbuße zur Folge. Anders ging es einfach nicht und daran hat sich auch wenig geändert. Die Hamburgerin mit Hang zum Perfektionismus hätte gegen Unterstützung finanzkräftiger Sponsoren daher nichts einzuwenden, aber solange die nicht in Sicht sind, geht es auch so weiter.

Etwas mehr Zeit für sich selbst nach Rio

Für die Kampagne war Gesche leicht zu begeistern. Im Leben wie im Basketball erreicht man die größten Erfolge als Team. Daher ist ihr der Inklusionsgedanke so wichtig. „Jeder ist anders und doch sind alle gleich“ ist ihre Auffassung zur Teilhabe aller Menschen am Sport und darüber hinaus am gesellschaftlichen Leben. Sie erhofft sich natürlich viele neue Rollstuhlbasketballer, damit die Vereinslandschaft gestärkt und der Erfolg in der Nationalmannschaft fortgeführt werden kann. Mit den Spielen in Rio hat Gesche ihre Karriere beendet. Jetzt will das Energiebündel aber kürzertreten. Ob das wirklich weniger Arbeit bedeutet, weiß die Wahl-Hamburgerin noch nicht. Wer wie Gesche Schünemann schon so viel in seinem Leben ins Rollen gebracht hat, darf über eine Pause wahrlich nachdenken.

 

Korbgeberin sein ist genau dein Ding? Dann klick hier für mehr Infos!

Gesche Schünemann