Anna Schaffelhuber

Anna Schaffelhuber
Anna Schaffelhuber

Wintermärchen in Sotschi

Was macht man eigentlich, wenn man mit 21 Jahren praktisch alles gewonnen hat, was man als Sportlerin gewinnen kann? Aus der Sicht von Anna Schaffelhuber ist das ganz einfach: weitermachen. Und dabei immer ganz oben stehen wollen. Bei der Para-Ski-WM in Kanada hat das bei 5 Starts immerhin zweimal geklappt. Bei den übrigen 3 raste Anna zu 2 Silbermedaillen und einer Bronzenen. Zufrieden war sie damit aber nicht wirklich.  Ihre eigenen Ansprüche hat sie in Sotschi 2014 neu definiert. Dort sammelte Anna sagenhafte 5 Paralympische Goldmedaillen: im Slalom, Riesenslalom, Super-G sowie in der Abfahrt und der Super-Kombination. Dabei liegen ihre Wurzeln nicht in den Speed-Disziplinen. Aber mit viel Ehrgeiz und Akribie hat sich die Bayerin auch hier Stück für Stück nach oben gekämpft.

Ein Jura-Studium quasi nebenher

Diese Eigenschaften zeichnen Anna aber nicht nur im Sport aus. Denn die 22-Jährige ist an der LMU München für Jura eingeschrieben. Auch wenn die LMU als Partnerhochschule des Spitzensports mit dem Olympiastützpunkt Bayern kooperiert und somit die Vereinbarkeit zwischen Leistungssport und Studium besser als andere Hochschulen ermöglichen kann, bleibt die Doppelbelastung enorm. Für das Studium bleibt quasi nur im Sommer Zeit und auch da stehen normalerweise 5 Stunden Konditions- und Krafttraining auf dem Tagesplan. Monoski fährt unser ‚Pistenstar‘ seit frühester Kindheit. Sie wollte genau das machen, was ihre Geschwister auch konnten. Dass sie im Rollstuhl saß, spielte für Anna keine Rolle. Mit dieser Willensstärke konnte sie sich stetig verbessern und so kam eins zum anderen und wurde während der Spiele in Sotschi von den Medien zum „Covergirl“ der Paralympics erklärt.

Regelmäßige Botschafterin

Die aus ihren Erfolgen resultierte Aufmerksamkeit will Anna für den gesamten Behindertensport und darüber hinaus nutzen. So war sie neben Musiker Jan Delay und Journalistin Pina Atalay eine der drei Paten für die ARD-Themenwoche Toleranz im November 2014. Und auch bei der E-Rollstuhl-Hockey-Weltmeisterschaft drei Monate zuvor in München war sie ein der vier Sportbotschafter. Über den Sport will Anna Schaffelhuber die Gesellschaft für die Themen Behindertensport und Anderssein öffnen. Daher ist sie gerne Kampagnen-Gesicht für ‚Gemeinsam was ins Rollen bringen‘. Sie selbst ist das Beispiel dafür, dass ein selbstbestimmtes Leben im Rollstuhl möglich ist. Inklusion ist in allen Gesellschaftsbereichen ein erstrebenswertes Ziel, egal ob im Hörsaal oder auf der Skipiste.

 

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