Sandra Steiner und Silvio Grubert

Das scheinbar Unmögliche wiederholen

Es ging als „Wunder von Sabbiadoro“ in die Geschichte ein. Bei der E-Rollstuhl-Hockey-Weltmeisterschaft in Italien 2010 gewann die Deutsche Nationalmannschaft sensationell den Titel. Dank eines Golden Goals zum 7:6 nach Verlängerung gegen die Niederlande. Seitdem sprangen bei der EM 2012 Platz 4, bei der Heim-WM 2014 in München Platz 5 und bei der EM 2016 sogar Platz 3 heraus. Maßgeblich zum Erfolg können Sandra Steiner und Silvio Grubert beitragen.

Angriff im Blut

Beide sorgen am liebsten für Tore. Sandra erzielte bereits über 60 in der Bundesliga. Silvio ist vierfacher Torschützenkönig: einmal gelang ihm dies in der 3. ERH-Bundesliga und sogar dreimal in der 2. Liga. Er ist damit untrennbar verbunden mit dem Aufstieg seiner Nording Bulls von der dritten in die höchste Spielklasse. „Die Deutsche Meisterschaft zu gewinnen, ist unser großer Traum“, verrät der Rostocker. 2012 kam folgerichtig die Berufung in die Nationalmannschaft. Bis heute ist das für Silvio eine große Ehre. Sandra trainiert aktuell wieder im erweiterten Kader und hofft sehr auf eine Nominierung für die Europameisterschaft.

Zur Inklusion einladen

Sowohl Silvio als auch Sandra wurden von Freunden auf E-Rollstuhl-Hockey aufmerksam gemacht. Seitdem lässt sie die Faszination nicht mehr los. „Es ist eine rasante Sportart. Jeder in der Mannschaft ist wichtig, egal wie eingeschränkt der einzelne ist“, so die gebürtige Würzburgerin. Um Chancengleichheit zu wahren, gibt es auch im E-Hockey ein Klassifizierungssystem. Silvio ist aufgrund seiner Glasknochen mit 5 Punkten am höchsten, also am wenigsten eingeschränkt, eingestuft. Sandra wurde mit Dysmelie geboren und ist mit 3 Punkten klassifiziert. Maximal 11 Punkte dürfen pro Mannschaft auf dem Platz sein. Da ist von Trainerseite viel taktisches Geschick gefragt.

Für unsere Sportler steht die Familie aber immer noch an erster Stelle. Und auch ihre Jobs als Kundenbetreuer bzw. Sekretärin verbildlichen beispielhaft unser Motto „Stark im Sport, voll im Leben!“. Inklusion ist dabei ganz normal. Darauf weiterhin aufmerksam zu machen, ist aber unverzichtbar. So wie etwa beim inklusiven Sportfest No Limits! in Sandras Heimat Würzburg, bei dem die breite Vielfalt des Rollstuhl- und Behindertensports präsentiert sowie zum Mitmachen und Ausprobieren eingeladen wird - so auch von ihrem Heimatverein. Nachahmer sind gerne gesehen. Und mit dem entsprechenden Nachwuchs gibt es dann vielleicht bald schon wieder ein neues Wunder…

 

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