Stefan Lange

Der (Einzel-)Kämpfer

Judo, Boxen, Schwimmen, Aerobic. Stefan Lange ist nicht der Typ Mannschaftssportler. So richtig entfalten konnte er sich dann beim Triathlon, welchen er mit großer Leidenschaft lange Zeit ausübte. Bis zum 22. September 1999. Da achtete ein Autofahrer, der aus einer Nebenstraße abbiegen wollte, nicht genügend auf den Verkehr. Der damals 35-Jährige konnte nicht rechtzeitig bremsen und knallte mit dem Rücken auf dessen Motorhaube. Keinen einzigen Kratzer ließ der Unfall bei Stefan zurück. Dass er querschnittgelähmt sein könnte, war ihm aber sofort bewusst. Die Diagnose bestätigte sich im Krankenhaus. Gleichwohl er immer nach vorne schaute, blieb auch bei ihm die eine oder andere dunkle Stunde, in der alles keinen Sinn mehr ergab, nicht aus. Aus jedem kleinen Fortschritt zog er neue Motivation und so wurde aus ihm der ehrgeizige Typ, der er schon vor dem Unfall war.

Disziplin zahlt sich aus

Als Sportler durch und durch wollte er sich auch im Rollstuhl richtig auspowern. Mit dem Handbike hat er das für sich ideale Sportgerät gefunden. 2004 konnte er Siege im Einzel und in der Mannschaft bei den EHC/UCI-Weltmeisterschaften über satte 178 Kilometer feiern. Stefan bezeichnet sich selbst als Asket: „Ein Feierabendbier ist schon mal drin, aber eben auch nicht mehr.“ Mehr als 10.000 Kilometer nimmt der Hamburger jährlich mit seinem Handbike unter die Räder. Unter anderem auch auf Lanzarote, wo er seit 2010 die ‚Vuelta Playa Blanca‘ mitorganisiert. Mehr als 70 Sportler aus über 12 Ländern treffen sich jeden Februar auf der Insel der Vulkane. Hier steht aber nicht der Wettkampf im Vordergrund, wenngleich es ein Einzelzeitfahren und ein Teamrennen gibt. Vielmehr geht es um Gemeinschaft, Austausch und einen sonnigen Saisonstart.

Neue Aufgaben in Thailand

Stefans Engagement für den Rollstuhlsport ist damit aber noch nicht zu Ende erzählt. Mit seinem Projekt ‚Die andere Sportstunde‘ besucht er regelmäßig Schulen. Außerdem produzierte er eine DVD zur funktionellen Oberkörpergymnastik für Rollstuhlfahrer, war Motivationstrainer für die Rollstuhl-Basketballerinnen im Vorfeld zu den Paralympischen Spielen 2008 in Peking und leitet Handbike/Mobilitäts-Kurse in ganz Deutschland. Seinen Schwerpunkt verlagerte Stefan in den letzten Jahren schrittweise nach Thailand, wo er im Sportkomplex Thanyapura Phuket als Personaltrainer sowohl Profisportlern als auch Anfängern hilft, ihre Ziele zu verwirklichen. Unter anderem bei den Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio. Zum Ausgleich von der Arbeit geht Stefan gerne schwimmen. Dafür nehmen ihn seine Freunde einfach unter die Arme. Gemeinsam schafft man eben doch am meisten. Das weiß auch Stefan Lange, weswegen er gerne unsere Kampagne unterstützt. Für Inklusion braucht es schließlich jeden Einzelnen. An unserem ‚Raser‘ wird dieses Ziel sicher nicht scheitern.

 

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