Katharina Krüger

Katharina Krüger
Katharina Krüger

Faszination Tennis

Katharina Krüger hat ein klares Ziel vor Augen: Die Erfüllung ihres Traumes einer paralympischen Medaille. Seit klein auf ist Tennis Katharinas große Liebe. Bereits ihre Eltern waren aktive Tennisspieler und so war es nur eine Frage der Zeit, bis auch Katharina, die mit einer Spina bifida zur Welt gekommen und von Geburt an querschnittgelähmt ist, das erste Mal selbst den Schläger in die Hand nehmen wollte.

Die Herausforderung, Rollstuhl und Schläger gleichzeitig zu koordinieren, das Zusammenspiel und die Dynamik, aber auch an Grenzen zu stoßen und so manches Match über den Kopf und den Kampfgeist gewinnen zu müssen – das alles fasziniert Katharina am Tennis. Ausgleich findet sie, die in ihrem vollen Terminkalender auch noch ein Studium der Rehabilitationspädagogik unterbringt, vor allem beim Lesen, ins Kino gehen und gutem Essen.

Stetige Verbesserungen sind das Ziel

Dass sie trotz Mehrfachbelastung alles unter einen Hut bekommt, davon kann man sich auch überzeugen, wenn man Katharinas Werdegang in den letzten Jahren verfolgt hat: Sechs Turniersiege konnte sie allein 2014 einfahren. Ihre beiden Teilnahmen an den paralympischen Spielen Peking 2008 und London 2012 sind bisher ihre größten Erfolge, aber auch nur weitere Meilensteine auf dem Weg nach oben. Aktuell befindet sich die ehrgeizige Berlinerin immer um Platz 10 der Weltrangliste – das nächste Ziel ist die Etablierung in den TOP7, um sich regelmäßig für die Grand Slams zu qualifizieren. Die Leistungskurve zeigt nach oben. Sowohl körperlich als auch mental findet Katharina immer besser ins Spiel. Sie will sich etablieren, oben mitspielen, so hoch wie möglich in der Weltrangliste klettern. Ein Prozess, aus dem sie viel Motivation schöpft und täglich spürt, dass es vorangeht. Und eines wäre da noch: die paralympische Medaille. Das ist ihr großer Traum! Doch wer Katharina kennengelernt hat, ist sich sicher, dass sie auch das erreichen wird.

Ausgrenzung erst in der Pubertät

Ihr Mitwirken an ‚Gemeinsam was ins Rollen bringen!‘ ist Katharina neben ihren vielen Verpflichtungen besonders wichtig. Dass Rollstuhltennis inklusiv ist, ist vielen Menschen nicht bewusst. Sie möchten Lust an der Sportart vermitteln wie auch als Vorbild dienen und Menschen nachhaltig dazu animieren, sich sportlich zu betätigen. Nichts hilft besser gegen vermeintliche Löcher, in denen man steckt. Dass Inklusion nicht immer reibungslos funktioniert, hat Katharina schon oftmals am eigenen Leib erfahren. Die Veränderung zu einer inklusiven Gesellschaft muss zur Selbstverständlichkeit werden. Inklusion darf nichts Besonderes, nichts Künstliches sein. In ihrem Sportverein, in dem Katharina seit jeher trainiert, wird Inklusion im Sport bereits gelebt. Gemeinschaft wird groß geschrieben, die Rollstuhltennisgruppe ist immer vollumfänglich integriert. Und auch die Kleinsten werden von Anfang an durch den alltäglichen Umgang an das Thema Inklusion herangeführt und bauen erst gar keine Barrieren auf. Ganz andere Erfahrungen hat Katharina dagegen in ihrer schulischen Karriere machen müssen: War der Rollstuhl in der Grundschule kein Thema, so wurde er spätestens mit Einsetzen der Pubertät ein sehr großes. Eine schwierige Zeit, geprägt durch Ausgrenzung, hat sie erfahren müssen. Diese Erfahrungen sind es, die sie bewegen, sich zu engagieren. Ihr fehlt ein offener Dialog in der Gesellschaft, durch den es gelingt, Anderssein als Selbstverständlichkeit wahrzunehmen, Berührungsängste im besten Fall gar nicht erst entstehen zu lassen oder zumindest abzubauen und Unsicherheit zu beseitigen. Menschen mit Behinderungen müssen ihr Wissen, ihre Fähig- und Fertigkeiten in die Gesellschaft einbringen können. Die Erfahrung auch mit einem vermeintlichen Handicap etwas zu leisten, ist ein wichtiger Part der Sozialisation. „Ich kann etwas“ – diese Sozialisation gelang Katharina vor allem in der Gemeinschaft beim Tennisspielen. Neben einer verbesserten Mobilität, sind es vor allem die soziale Kontakte und das gemeinsame Erleben von Erfolgen, die Katharina nachhaltig beeinflusst haben und ihr halfen, sich über ihre Kompetenzen anstatt ihrer Defizite zu definieren und die vermeintliche Hilflosigkeit abzulegen. 

 

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