Sandra Mikolaschek

Sandra Mikolaschek
Sandra Mikolaschek

Mit High Speed zum Erfolg

Tischtennis gilt nicht ohne Grund als eine der schnellsten Sportarten überhaupt. Wer schon einmal den Assen live zugesehen hat, der hat sich sicher manchmal gefragt, wie man manche Schläge überhaupt noch abwehren kann. Die Schnelligkeit macht auch für Sandra Mikolaschek den Reiz ihrer Sportart aus.

Die gebürtige Sachsen-Anhalterin, die aufgrund einer missglückten Operationen im Alter von einem Monat seit 2001 auf einen Rollstuhl angewiesen ist, spielt von klein auf Tischtennis. „Als ich mit meiner Familie die Deutschen Meisterschaften im Rollstuhltennis besucht habe, wurde ich von dem Tischtennisspieler Jochen Wolmert entdeckt. Dadurch kam ich zum Behindertensport“, erzählt Sandra.

Keine Konkurrenz in Deutschland – Fluch oder Segen?

Dem sportlichen Erfolg ordnet sie vieles, fast alles unter. Die frisch gebackene Abiturientin hat sich vorgenommen, wenig überraschend, schnell nach ganz oben zur Weltspitze zu gelangen. Mit dem Gewinn der Silbermedaille bei den Europameisterschaften im Jahr 2013 hat sie international aufhorchen lassen. In Deutschland ist sie mit 6 Meistertiteln in Folge bereits unangefochten die Nummer eins. Den letzten Titel feierte sie sogar ohne einen einzigen Satzverlust. Im High Speed-Sport Tischtennis eine körperliche wie auch mentale Meisterleistung.

Hier spiegelt sich aber auch das Dilemma wieder. Bei den Männern finden sich gleich drei Deutsche unter den Top 10 der Weltrangliste. Sandra vertritt die deutschen Farben bei den Damen ganz alleine. Mit Blick auf Rio 2016 wird sich bis dahin auch nicht mehr viel ändern. Mit mehr interner Konkurrenz könnte sie ihre Leistungsfähigkeit schneller steigern. Trotz allem findet sie im Internat des Deutschen Tischtennis-Bundes in Düsseldorf optimale Trainingsbedingungen für ihre paralympischen Ambitionen vor.

Neue Heimat bei Borussia Düsseldorf

Die Wahl-Düsseldorferin fühlt sich im Rheinland sehr wohl, wenngleich sie jedes spielfreie Wochenende zu ihren Eltern nach Hause fährt. Denen ist die Trennung von ihrer Tochter nämlich schwerer gefallen als Sandra selbst. Aber sie wissen, dass unsere „Spinnerin“ bei ihrem Verein Borussia Düsseldorf in guten Händen ist. Dort ist es selbstverständlich, dass gehandicapte und nicht gehandicapte Sportler zusammen trainieren. „Inklusion passiert dort einfach, sodass es eigentlich gar kein eigenes Thema mehr ist. So müsste das eigentlich überall sein“ meint die 18-Jährige. Für "Gemeinsam was ins Rollen bringen!" war Sandra daher leicht zu begeistern. Ihr großer Wunsch ist, dass irgendwann alle Sportler bei Medienpräsenz und Prämien gleich behandelt werden. Dafür setzt sie sich mit aller Kraft ein. Ganz gleich ob bei Inklusionsfesten ihres Vereins sowie Aktionen der Stadt Düsseldorf oder eben nun als eines unserer Gesichter der Kampagne, damit das mit der Inklusion einfach noch ein bisschen schneller geht. Wie im Tischtennis eben.

 

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